23.03.2006 – .eu-Domain-Skandal im Anmarsch?
.eu-Domainnamen im Wert von über 100 Mio Euro an eine Handvoll Personen vergeben
.eu-Domainnamen im Wert von über 100 Millionen Euro werden zurzeit praktisch umsonst an eine Handvoll Personen vergeben. Dies befürchtet die Organisation Eudomaindesaster.
Noch bis zum 4. April läuft die zweite Sunrise-Phase, in der unter anderem geschützte Marken und Bezeichnungen registriert werden können. Nach Ende dieser Periode soll dann die Anmeldung von .eu-Domains für die breite �ffentlichkeit möglich werden.
Fast sämtliche generischen Begriffe wie "Hotel", "Translation", "Politik", "Politics" oder "Sex", die nicht markenrechtlich geschützt werden können, seien aber bereits bevorrechtigt beantragt, berichtet Eudomaindesaster.
9 Registranten hätten 75 Prozent aller 100 Top-Domains bekommen. 98 Prozent davon mit Markenfakes: So hätten diese Leute beispielsweise eine Marke für "Hote L" angemeldet, ein bedeutungsloser Begriff, mit dem man dann ein Antragsrecht auf "Hotel" besitzt.
Auch seien Unternehmen mit dem Namen "Politik" in einem nicht deutschsprachigen Land eingetragen worden, in dem "Politik" keine Bedeutung aufweist und daher ein Firmenname sein könnte.
Eudomaindesaster hat daher einen Aufruf zur Bekämpfung dieser Machenschaften gestartet und sammelt Unterschriften für einen Stopp der .eu-Vergabe. Zudem habe die Organisation das EU-Parlament verständigt, eine Petition an das Europäische Parlament beantragt und eine öffentliche Anfrage an die EU-Kommission gestellt mit dem Ziel, die laufende Vergabe zu stoppen.
Mehr erfährt man auf der Website www.eudomaindesaster.org.
Quelle: Netzwoche-Ticker vom 23.03.2006
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Schreiben von eudomaindesaster an die Presse |
